Wo Rothirsche die Landschaft pflegen: Offenlandmanagement auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr

 

  • Rotwild_1.JPG
  • Vegetationsaufnahmen.JPG
  • Höhenschacht.JPG
  • Warzenbeißer.JPG
  • Rotwild_2.JPG
  • Braunkehlchen.JPG
  • DSC_5473_bearb_660_prot.JPG
  • Ziegenmelker.JPG
  • Kugeläcker.JPG
  • Sommerhauwiesen.JPG
  • DSC_5206_660_prot.JPG
Fotos: Meißner, Riesch, v. Blum, Edelhoff

 

In dem Projekt „Erhaltung von Offenlandschaften durch zielgerichtetes Flächen- und Wildtiermanagement – Integration freilebender Rothirschvorkommen in das Offenlandmanagement“, wurde der Beitrag wildlebender Rothirsche zur Pflege und Erhaltung naturschutzfachlich wertvoller Offenlandlebensräume untersucht.

 

Offene und halboffene Landschaften unterschiedlicher Größe und Ausprägung sind ein wichtiges Merkmal der mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Das vorhandene Spektrum an ökologisch wichtigen Lebensräumen und Lebensgemeinschaften wurde maßgeblich von historisch gewachsenen, extensiven landwirtschaftlichen Nutzungssystemen geprägt. Die über lange Zeit konstante Nutzung und Gestaltung durch den Menschen ist eine wichtige Basis der heute in der Kulturlandschaft vorhandenen biologischen Vielfalt.

Aufgrund gravierender Veränderungen in der Landnutzung hat der Erhalt extensiv genutzter Offenlandlebensräume in den letzten Jahrzehnten massiv an Bedeutung gewonnen. Sie beinhalten zahlreiche seltene, streng geschützte Lebensraumtypen und sind Rückzugsräume für viele gefährdete Arten. Um die betreffenden Pflanzengesellschaften und den offenen Charakter der Flächen zu erhalten, ist ein laufender Entzug von Biomasse durch deren Nutzung oder regelmäßige Pflegeeingriffe erforderlich. Großflächige Schutz- und Managementkonzepte sind daher vergleichsweise aufwändig und kostenintensiv. Als ein in ökologischer Hinsicht zielführendes Instrument hat sich die extensive Beweidung mit robusten Rassen verschiedener Nutztierarten etabliert. Das System ist jedoch auch mit einigen Nachteilen behaftet und nicht auf allen Flächen realisierbar. Das gestalterische Potential wildlebender heimischer Huftiere in Offenlandschaften wurde bisher kaum berücksichtigt.

Im Rahmen dieses Vorhabens sollte daher untersucht werden, welchen Beitrag autochthone, freilebende Rothirschvorkommen zur Pflege von Offenlandlebensräumen leisten können. Ziel des Projektes war es, den Zielerreichungsgrad und die Anwendbarkeit des Systems „Rothirschbeweidung“ zu klären und die für eine Umsetzung relevanten Wissensdefizite zu beseitigen. Als Projektgebiet wurde der von der US-Armee genutzte Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern ausgewählt. Aufgrund eines zielgerichteten Wildtiermanagements nutzt der dort vorhandene Rothirschbestand intensiv das Offenland auf dem Truppenübungsplatz. Die Untersuchungen gliederten sich in drei Projektteile:

  • Rotwildtelemetrie
  • Fernerkundung
  • Vegetationsökologie

 

Das Projekt wurde mit dem Preis der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

 

Informationen zu Durchführung und Ergebnissen aus dem Projekt, finden Sie auf der nächsten Seite.

 

Projektpartner

  • Institut für Wildbiologie Göttingen und Dresden e. V. (Projektkoordination, Fang / Telemetrie)
  • Georg-August-Universität Göttingen:
    • Abteilung Graslandwissenschaft/Department für Nutzpflanzenwissenschaften, Fakultät für Agrarwissenschaften (Vegetationsökologie / Vegetationsdynamik / Beweidung)
    • Abteilung Wildtierwissenschaften, Büsgen-Institut, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie (Verhalten / Vegetationsnutzung)
  • Technische Universität Dresden
    • Dozentur Wildökologie und Jagdwirtschaft, Fakultät Umweltwissenschaften (Wildtiermanagement)

 

In Kooperation mit

  • Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Geschäftsbereich Bundesforst

 

Förderung

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Zweckvermögens des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank.